Verfasst von: clairelaurent | 20. April 2010

Der Nahostkoffer geht auf Tournee!

Ende März hatten wir unseren ersten Workshop in einem Wiener Gymnasium im 7. Bezirk. Dies war unser 6. Workshop in Österreich. Besonders aufgeregt, mit dem Koffer in der Hand, sind wir in den  Klassenraum gegangen und waren bereit den 16 SchülerInnen der 8. Klasse den Nahostkoffer näher zu bringen.

Der Nahostkoffer ist nach unserer Reise nach Israel und Palästina entstanden und besteht aus 5 Stationen, die sich mit dem Alltag, den Gefühlen, den Vorurteilen und den Zukunftsvorstellungen der Menschen auseinandersetzten sowie die Stadt Jerusalem vorstellt. Die SchülerInnen bekommen Fragen zu jeder Station und können selbstständig mit den Materialien arbeiten.

Beim Workshop sind die SchülerInnen in Gruppen von einer Station zur anderen gegangen und fanden sich sehr gut zurecht. Als jede Gruppe fertig war haben wir uns in eine Runde gesetzt und es hat sich eine spannende Diskussion entwickelt. Jede(r) konnte seine/ihre Eindrücke über den Konflikt mit den anderen teilen- wir konnten aber auch einen größeren Zusammenhang mit unserem Leben stellen und über Konflikte in Österreich sprechen, sowie über unsere Vorstellungen was Frieden ist bzw. sein könnte.

Besonders gefreut haben wir uns über die große Selbstständigkeit der SchülerInnen beim Bearbeiten der Materialien. Mit dem Nahostkoffer wollen wir auch den SchülerInnen eine andere Form des Unterrichts näher bringen, wo sie im Mittelpunkt stehen. Der Frontalunterricht gibt ihnen keine Möglichkeit- meist aus Zeitgründen- selber aus dem Gelernten, Schlüsse zu ziehen. Es wird für die Prüfung gelernt und später ist alles wieder vergessen. Wir hoffen bei den SchülerInnen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, in dem sie sich direkt mit dem Thema befassen und mit ihren SchulkollegInnen darüber diskutieren.

Was denkst du überhaupt über unser Bildungssystem? Bist du mit dem Unterricht heute zufrieden?

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Verfasst von: bogman | 3. April 2010

„Was kann man denn wirklich verändern?“

Wenn man sich zu engagieren beginnt, wird man schnell mit einer Frage konfrontiert:

„Was kann man denn wirklich verändern?“

Es gibt vieles, das dagegen spricht. Es gibt vieles, das dagegen spricht, dass eine NGO wie unsere mit einem hungernden Budget eine Transformation in der österreichischen Gesellschaft und an den Orten an denen wir arbeiten, bewirken kann. Vielleicht lässt es sich leichter vorstellen, dass man einzelne Leben verändern kann, aber auch das könnten wir uns bloß einbilden.

Im 21. Jahrhundert sind wenigsten in den meisten Köpfen die Tage der unreflektierten Charity vorbei. Das bloße Zuschieben von Nahrungsmitteln, Kleidern oder Bargeld ist zwar leicht gemacht und für einen eifrigen Helfer/ eine eifrige Helferin kurzfristig mit Endorphinausschüttung verbunden – für reflektierte Menschen eher eine frustbeladene Angelegenheit.

Eine NGO, die ehrlich zu sich selbst ist, muss größere Anforderungen an sich selbst stellen. Durch welche Aktivitäten werden die Leben von Menschen tatsächlich transformiert? Welche Transformation wollen wir?

Die letztere Frage wir von SFP in folgenden Punkten beantwortet: We advocate

Eine Antwort auf die erste Frage sind die Global PeaceMaker Camps, ein zugegeben sehr amerikanischer Name. Hierbei versuchen wir vorzüglich in Konfliktzonen wie Mindanao in den Philippinen oder dem Nahen Osten, aber auch in von Armut betroffenen Gebieten wie Haiti und der Dominikanischen Republik internationale und lokale Volunteers in Communities zusammenzubringen. Sie arbeiten an einem praktischen Projekt, um nachhaltige Verbesserungen zu bringen und den „Spirit of Service“ in der lokalen Bevölkerung zu nähren. Der „Spirit of Service“ ist ein internationaler und couragierter Geist, der einzigartigen Wert und Potential in allen Menschen sieht und an die Kraft in jedem einzelnen von uns glaubt, seine Community zu einem immer wunderbareren Ort zu machen.

Eine Antwort auf die erstere Frage sind die Global PeaceMaker Camps, ein zugegeben sehr amerikanischer Name. Hierbei versuchen wir vorzüglich in Konfliktzonen wie Mindanao in den Philippinen oder dem Nahen Osten, aber auch von Armut betroffenen Gebieten wie Haiti und der Dominikanischen Republik internationale und lokale Volunteers in Communities zusammenzubringen. Sie arbeiten an einem praktischen Projekt um nachhaltige Verbesserungen zu bringen und den „Spirit of Service“ in der lokalen Bevölkerung zu nähren. Der „Spirit of Service“ ist ein internationaler und couragierter Geist, der einzigartigen Wert und Potential in allen Menschen sieht und die Kraft in jedem einzelnen von uns glaubt, seine Community zu einem immer wunderbareren Ort zu machen.

Um ehrlich zu sein…

Um ehrlich zu sein, wurden wir jedoch bei bisher jedem GPM, an dem ich mitorganisiert habe, mit demselben Problem konfrontiert. Es gelang uns nicht oder kaum, ein wirklich nachhaltig sinnvolles Serviceprojekt zu finden, das gut in eine lokale Community eingebettet war und in den zwei Projektwochen durchgeführt werden konnte. Wir werden ohne Zweifel mit jedem Projekt besser und in einem Dorf in der Dominikanischen Republik wurden nicht nur junge Geister transformiert, sondern es entstanden über die Jahre neben einer Landwirtschaftsschule, auch eine Volksschule und sanitäre Einrichtungen durch GPMs über mehrere Jahre.

Ich möchte dennoch die Frag stellen, wo ihr denkt, dass es für uns (besonders in Österreich) Zeit ist „out of the box“ zu denken. Was denkst du?

Ich arbeite zurzeit an einem Projektkonzept, das in Insiderkreisen als „Skype Projekt“ bereit bekannt ist und im nächsten Blogeintrag vorgestellt wird.

Reflexionen zum GPM in Israel findet ihr hier:

https://sfpaustria.wordpress.com/category/europe-meets-middle-east/gpm-middle-east/

Verfasst von: bogman | 2. April 2010

2 weitere Reflexionen vom GPM im Februar

Jolanda Steininger

Unser Aufenthalt im nahen Osten erwies sich als spaßiger, einmaliger und lehrreicher Trip durch Israel mit vielen neuen Eindrücken und Bildern. Eine Zeit, die mir sehr viele Antworten gegeben aber auch eine Reihe interessanter Fragen aufgeworfen hat. Als Ziele hatten wir uns einerseits das Unterstützen und Helfen in der Beduinengemeinschaft und im Mädchenwaisenhaus gemacht und auf der anderen Seite das Zusammenarbeiten mit lokalen Gruppen aus Israel bzw. Palästina. Ersteres hat recht gut geklappt. Das Mobilisieren der feiwilligen Studenten erwies sich jedoch als weitaus schwieriger als geplant. Im Weg standen uns Vorbehalte gegenüber den Beduinen sowie Angst und Groll gegen die jeweils „andere Seite“. Nur Olga, eine israelische Studentin und zwei Studenten von der Al Quds Universität in der West Bank kamen für einen Tag um uns zu unterstützen. Dieser Umstand hat mir gezeigt wie tief diese Vorurteile und Angst wirklich sitzen, wenn das bloße Zusammensein schon so problematisch ist. Während unseres Aufenthalts besuchten wir die Al Quds Universität sowie viele andere spannende Orte in der West Bank. Den Kontakt zu Israelis knüpften wir in Jerusalem. Es war sehr spannend beide Seiten kennen zu lernen und unmöglich alles ganz zu verstehen.

Karoline Siquans

Was mich an dem Projekt besonders beeindruckt hat, war der Zusammenhalt in unserer internationalen Gruppe. Drei Leute aus den USA, vier aus der Türkei und fünf aus Österreich – am Ende des ersten Tages waren wir eine Familie. Unser gemeinsames Ziel – abstrakt formuliert, Denkanstöße zu geben und Freude in eine Gemeinschaft zu bringen, ohne Selbige dabei zu übergehen, im Konkreten, eine Mauer zu bemalen und mit den Kindern zu spielen – hat uns geeint und als starkes, homogenes Team auftreten lassen.

Gleichzeitig haben wir die Unterschiede zwischen unseren Kulturen und Religionen nicht eingeebnet, sondern eine Menge voneinander gelernt. Beim Pinseln haben wir viel Zeit für Gespräche gehabt, wie: „Findest du, die Türkei sollte der EU beitreten?“. Ich habe zum ersten Mal im Koran gelesen (englische Übersetzung).

Die Trennung am Schluss ist uns schwer gefallen, aber glücklicherweise gibt es heutzutage Medien wie Facebook, da kann man leicht in Kontakt bleiben und neue Pläne schmieden …

Verfasst von: bogman | 31. März 2010

Aus alten Zeiten

Verfasst von: clairelaurent | 21. März 2010

Peace education: Frieden als aktiven Prozess!

Werner Wintersteiner, Professor an der Uni Klagenfurt und Gründer des Zentrums für Friedensforschung und Friedenspädagogik erzählte uns im Rahmen der NGO Committee of Peace in der UNO am 17. März über seine beeindruckende Arbeit und Visionen.

Ohne „peace education“ könne es keinen Frieden geben, so Wintersteiner. Was er unter peace education versteht? Es geht nicht darum den Leuten zu belehren wie sie friedlich werden können sondern wie sie eine Kultur des Krieges in eine Kultur des Friedens verwandeln können.

Gewalt soll keine Antwort mehr sein, sondern man sollte lernen andere Wege einzuschlagen: dafür wäre es von größter Bedeutung den Menschen, am besten wenn sie noch jung sind, eine Einsicht unter anderen in den Themen Menschenrechte, Umwelt, Interkulturalität, Gender, Konflikt-Transformation usw. zu geben. Zudem nimmt er Stellung zu unserem gegenwärtigen Bildungssystem: ein auf Konkurrenz und Noten gestütztes „gewaltsames“ System, das alles andere als Friedens-fördernd ist.

Ein weiterer interessanter Aspekt seiner Präsentation war die Entwicklung des Verständnisses von Frieden seit dem Ende des II Weltkrieges. Bis in den 60ern war Friede Sache der Politik, die Bürger hatten sich der Politik anzuschließen, wenn sie dem Friedensprozess beisteuern wollten. Nach dem sozialen Umschwung in den 68ern wurde Friede der Harmonie gleichgesetzt, welche die Konflikte eigentlich nur verschleierte.

Heute wird meistens Friede mit der Abwesenheit von Konflikten gleichgesetzt, eine viel zu „simple“ Vorstellung. Wie vorhin schon erwähnt müsste eine Kultur entstehen, welche alle Menschen teilen, ein Bemühen, um das Wohlergehen des anderen. Dies wäre also ein aktiver Prozess des Mit-teilens, Mit-arbeitens, Mit-erlebens.

Ich schließe mich der Meinung von Professor Wintersteiner an, dass „peace education“ ein wichtiger Bestandteil unseres Bildungssystems sein sollte. Am besten noch bei den ganz kleinen Kindern anfangen, welche noch einiger maßen frei von Vorurteilen sind und somit Kindern aus unterschiedlichen Kulturen ohne zu große Angst begegnen können.

Wer sich mehr für dieses Thema interessiert kann sich folgende Webseite anschauen: www.uni-klu.ac.at/frieden.

Weiters lade ich jeden ein seine Vorstellungen von Frieden und Bildung mitzuteilen! Dieser Vortrag hat mir auf jeden Fall eines gelehrt: es gibt unheimlich viele Möglichkeit uns dem Frieden zu nähern!

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