Jolanda Steininger
Unser Aufenthalt im nahen Osten erwies sich als spaßiger, einmaliger und lehrreicher Trip durch Israel mit vielen neuen Eindrücken und Bildern. Eine Zeit, die mir sehr viele Antworten gegeben aber auch eine Reihe interessanter Fragen aufgeworfen hat. Als Ziele hatten wir uns einerseits das Unterstützen und Helfen in der Beduinengemeinschaft und im Mädchenwaisenhaus gemacht und auf der anderen Seite das Zusammenarbeiten mit lokalen Gruppen aus Israel bzw. Palästina. Ersteres hat recht gut geklappt. Das Mobilisieren der feiwilligen Studenten erwies sich jedoch als weitaus schwieriger als geplant. Im Weg standen uns Vorbehalte gegenüber den Beduinen sowie Angst und Groll gegen die jeweils „andere Seite“. Nur Olga, eine israelische Studentin und zwei Studenten von der Al Quds Universität in der West Bank kamen für einen Tag um uns zu unterstützen. Dieser Umstand hat mir gezeigt wie tief diese Vorurteile und Angst wirklich sitzen, wenn das bloße Zusammensein schon so problematisch ist. Während unseres Aufenthalts besuchten wir die Al Quds Universität sowie viele andere spannende Orte in der West Bank. Den Kontakt zu Israelis knüpften wir in Jerusalem. Es war sehr spannend beide Seiten kennen zu lernen und unmöglich alles ganz zu verstehen.
Karoline Siquans
Was mich an dem Projekt besonders beeindruckt hat, war der Zusammenhalt in unserer internationalen Gruppe. Drei Leute aus den USA, vier aus der Türkei und fünf aus Österreich – am Ende des ersten Tages waren wir eine Familie. Unser gemeinsames Ziel – abstrakt formuliert, Denkanstöße zu geben und Freude in eine Gemeinschaft zu bringen, ohne Selbige dabei zu übergehen, im Konkreten, eine Mauer zu bemalen und mit den Kindern zu spielen – hat uns geeint und als starkes, homogenes Team auftreten lassen.
Gleichzeitig haben wir die Unterschiede zwischen unseren Kulturen und Religionen nicht eingeebnet, sondern eine Menge voneinander gelernt. Beim Pinseln haben wir viel Zeit für Gespräche gehabt, wie: “Findest du, die Türkei sollte der EU beitreten?”. Ich habe zum ersten Mal im Koran gelesen (englische Übersetzung).
Die Trennung am Schluss ist uns schwer gefallen, aber glücklicherweise gibt es heutzutage Medien wie Facebook, da kann man leicht in Kontakt bleiben und neue Pläne schmieden …


